Einen Anstellungsvertrag schreiben

Für das Erstellen einwandfreier Verträge ist eine Mischung aus guter rechtlicher Beratung und sorgfältiger Überlegung notwendig. Das ASK-Team führt Sie durch den Erstellungsprozess.

Kerninformationen

Hier ist ein kurzer Überblick über die typischen Inhalte eines Anstellungsvertrages. Der Vertrag muss die Identifikation beider Vertragsparteien enthalten, d.h. Name und Adresse des Arbeitgebers und Name, Geburtsdatum und Adresse des Angestellten; Beginn und Dauer der Anstellung, wenn anwendbar, müssen Eintrittsdatum und im Falle eines Zeitvertrages das Beendigungsdatum hier angegeben werden. In diesem Fall endet der Vertrag automatisch ohne jegliche Benachrichtigung.

Anstellungszeit
Generell muss man zwischen Zeitverträgen und Verträgen über eine unbestimmte Zeit unterscheiden. Letzterer endet durch Kündigung im Namen von zumindest einer Vertragspartei.

Probezeit und Dauer der Probezeit

Normalerweise beginnt ein unbefristeter Vertrag mit einer Probezeit, die von den Arbeitsrechten des Landes abhängig, bis zu sechs Monate dauern kann. Während dieser Probezeit können sowohl Arbeitgeber als auch Angestellter herausfinden, ob sie sich gut verstehen und ob sie zusammen arbeiten können. Während der Probezeit ist eine kürzere Kündigungsfrist möglich (zum Beispiel 14 Tage).

Anstatt einer unbefristeten Anstellungsdauer mit einer Probezeit, kann „eine Anstellung auf Probe” erfolgen (als Lehrling, zum Beispiel). Die Anstellung endet automatisch und ohne vorherige Ankündigung am vorher festgesetzten Datum. Für eine Fortsetzung muss ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.

Kündigungsfristen

Kündigungsfristen sind oft durch das Gesetz definiert. Längere Kündigungsfristen können vertraglich vereinbart werden.

Zusätzliche Vertragsvereinbarungen
Sozialleistungen/ Aufwandsentschädigungen

Wenn es Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen gibt, genügt ein Verweis im Anstellungsvertrag. Manchmal werden gewisse Leistungen ausdrücklich im Vertrag erwähnt.

„Kleine" Leistungen (wie Essenscoupons) werden im Anstellungsvertrag nicht erwähnt.

Überstundenbezahlung
In den meisten Fällen wird die Zulässigkeit und Abgeltung von Überstunden in den Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen festgelegt. Angestellte jedoch, werden nicht pro Stunde bezahlt und es steht ihnen ein Gehalt zu, das sie von jeglicher Überstundenbezahlung entbindet.

In Unternehmen mit Gleitzeit können Überstunden durch zusätzlichen bezahlten Urlaub oder durch freie Zeit abgegolten werden.

Nebenjobs
Der Angestellte ist prinzipiell dazu verpflichtet, seine ganze Arbeitskapazität seinem Unternehmen zu widmen. Nebenjobs bedürfen daher in manchen Ländern der Zustimmung des Arbeitgebers wenn es einen Interessenskonflikt gibt.

Kostenerstattung

Es sollte genügen, auf die Firmenpolitik hinzuweisen und sie zu erklären. Dennoch müssen individuelle Vereinbarungen Teil des Anstellungsvertrages sein (zum Beispiel Reise- und Pendlerkosten).

Umzugskosten
Wenn ein Angestellter am Beginn seines Jobs umziehen muss, bezahlen viele Arbeitgeber den Umzug teilweise oder vollständig. Es gibt oft eine Rückzahlungsklausel (anteilsmäßig), falls der Angestellte die Anstellung nach einer kurzen Zeit beendet.

Job/ Stellung/ Verantwortungsbereich
Idealerweise wird bezüglich dieser Begriffe eine Arbeits- oder Jobbeschreibung ausgehändigt. Sie deckt die Aufgaben des neuen Angestellten, Fähigkeit, Stellung.

Innerhalb der Hierarchie und Verantwortungen ab. In den meisten Verträgen gibt es nur eine Beschreibung von Aktivitäten, Aufgaben und des Jobtitels. Wenn der Arbeitgeber zu einem späteren Zeitpunkt das Recht haben möchte, den Angestellten zu versetzen oder ihn, wenn nötig, mit anderen Aufgaben zu betrauen, dann muss dies im Vertrag festgehalten sein.

Der Ausbildungsbereich für Lehrlinge wird oft beschrieben. Ein Verweis auf den vereinbarten Trainingsplan (Arbeitsvertrag, Trainingsmaßnahmen) wäre ratsam.

Arbeitsplatz
Dies ist ein wichtiges Thema für Unternehmen mit einer Hauptgeschäftsstelle und Tochtergesellschaften oder Zweigstellen an anderen Standorten. Der Ausbildungsplatz und darauffolgende Arbeitsplatz kann für Personen, die zum ersten Mal eine Anstellung annehmen, unterschiedlich sein. Es ist auch möglich, dass der Arbeitgeber sich das Recht auf Versetzung zu einem anderen Standort vertraglich vorbehält.

Bezahlung/ Einnahmen

In der Friseurindustrie gibt es viele Möglichkeiten, die Angestellten zu bezahlen. Diese variieren von Land zu Land und unterliegen örtlichen Arbeitsrechten, Bräuchen, Industriezuwendungen und individuellen Verhandlungen. Welches Bezahlungssystem auch immer Sie für die Bezahlung Ihrer Angestellten verwenden, es sollte im Anstellungsvertrag klar festgelegt sein.

Arbeitszeit
In vielen Ländern sind Arbeitszeiten und Pausen durch das Gesetz, durch Kollektivverträge oder Betriebsvereinbarungen, oder durch individuelle Vereinbarungen geregelt. Der Anstellungsvertrag muss die Anzahl der gearbeiteten Stunden und Tage mit Bezug auf Pausen und freien Tage enthalten, sowie das Protokoll für angeforderte freie Tage, Dienstplanänderungen oder Überstundenanforderung.

Urlaub

Die Anzahl der Urlaubstage, sowohl jährlicher Urlaub als auch gesetzliche Feiertage, variiert von Land zu Land und ist vom Gesetz abhängig. Auch Themen, wie der Zeitrahmen, der vergehen muss, bevor ein Angestellter Anspruch auf Urlaub und anteilsmäßiger Urlaubsbezahlung hat, etc. sind rechtlich festgelegt.

Einhaltung der Geheimhaltungspflicht
Jeder Angestellte ist dazu verpflichtet, interne Angelegenheiten bezüglich Arbeit und Firmengeheimnisse (technisches Know-how, Marktstrategien, Personalorganisation, Verkaufsmaßnahmen, Planung, etc.) für sich zu behalten.

Unfähigkeit zu arbeiten

Falls der Angestellte nicht arbeiten kann, muss er unverzüglich den Arbeitgeber informieren. Ab dem dritten Abwesenheitstag auf Grund von Krankheit, muss oft eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden.

Konkurrenzvereinbarungen

Es kann vermerkt werden, dass es während der Anstellungsdauer für den Angestellten keinen Spielraum gibt, um einer Nebenbeschäftigung bei einem Mitbewerber nachzugehen.

Benachrichtigungsform
Schriftliche Benachrichtigung, oder noch spezifischer, Nachricht per Einschreiben, kann vereinbart werden und sollte einen Vermerk bezüglich der verlangten Kündigungsfrist enthalten.

Während dieser Beitrag auf die allgemeine Struktur eines Vertrags eingeht, empfehlen wir immer, professionelle Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, da je nach Land, in dem Sie leben und arbeiten, viele verschiedene Gesetze, die das Arbeitsverhältnis betreffen, bestehen können.

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