Back to Basic: Wie die natürliche Haarfarbe entsteht

Das Haar ist an seiner Wurzel ist lebendig und muss mit Sorgfalt und Achtung behandelt werden. Werden Chemikalien eingesetzt um die Farbeigenschaften des Haares zu ändern, ist es wichtig zu wissen, wie und warum diese Änderungen auftreten.

 

Je umfangreicher Ihr Wissen ist, desto größer ist das Vertrauen Ihrer Kunden und desto eher werden sie Ihren Rat befolgen.

 

Natürliche Pigmente im Melanin unserer Haare

Die natürliche Haarfarbe wird durch winzige Pigmentkörnchen erzeugt – dem Melanin – die sich in der faserigen Kortexschicht des Haars befinden. Das durch die klaren Kutikulaschuppen einfallende Licht wird nur teilweise so reflektiert, dass es für unsere Augen sichtbar wird. Die von uns wahrgenommene Farbe hängt also davon ab, wie viel Licht vom Haar reflektiert wird; das wiederum hängt von Art, Menge und Mischung der beiden in Naturhaar vorliegenden Pigmente ab.

 

Ein Zelltyp, der Melanozyt genannt wird, ist für die Produktion des Melanins in der Haarwurzel verantwortlich. Der Katalysator Tyrosin, der in den melanozytären Zellen zu finden ist, löst eine chemische Reaktion aus, die zur Bildung von Melanin führt. Dabei werden zwei unterschiedliche Melanine gebildet: das braun bis schwarze Eumelanin und das gelb bis rötliche Phäomelanin.

 

Die Kombination aus Eumelanin und Phäomelanin erzeugt die natürliche Farbe im Haar, während deren Konzentration die Farbtiefe bestimmt.

 

Farbtiefe und Farbrichtung

Die Ermittlung von Farbtiefe und Farbrichtung kann bei der Definition und Beschreibung verschiedener Farbtypen helfen. Die Farbtiefe wird durch die Menge der im Haar vorliegenden Melanine beeinflusst: mehr Melanine erzeugen dunkleres Haar und weniger Pigmente ergeben helleres Haar.

 

Das Pigment Eumelanin ist das dominantere der beiden, weil es braune bis schwarze Farbe erzeugt. Die Farbtiefe lässt sich in zehn Stufen unterteilen, von Schwarz bis hin zu Hellblond, wobei innerhalb jeder einzelnen Farbtiefe mehrere Nuancen oder Töne zu erkennen sind. Das wird auch am Farbkreis deutlich, wo beispielsweise ein Hellblond mit einem goldenen, matten oder Cendré (Asch) Farbton einhergehen kann.

 

Das Phäomelanin ist vorwiegend für die zugrundeliegenden Töne im Haar verantwortlich. Bei helleren Haarfarben werden bestimmte natürliche als Untertöne bezeichnete Töne sichtbar. Diese Untertöne sollten unbedingt berücksichtigt werden, wenn bei einer Beratung die natürliche Haarfarbe analysiert wird, da der ursprüngliche Unterton die schließlich erzeugte Haarfarbe beeinflussen wird. In bestimmten Fällen müssen solche Untertöne z.B. blondiert werden oder müssen mit der im Farbkreis gegenüberliegende Farbe neutralisiert werden, um die bei der Coloration gewünschte Farbe zu erzielen.

 

Um die Farbtiefe zu bestimmen, wird ein internationales Nummernsystem verwandt:

  • Stufe 1 - 4 – der primäre Unterton ist Rot
  • Stufe 4 - 5 – der primäre Unterton ist Rot/Orange
  • Stufe 5 und 6 – der primäre Unterton ist Orange/Rot
  • Stufe 7 und 8 – der primäre Unterton ist Orange/Gelb
  • Stufe 9 und 10 – der primäre Unterton ist Gelb