Kennen Sie schon die Inhaltsstoffe von Haarfarben?

Chemikalien, die Farbe im Haar erzeugen, finden sich zwar auch in semi-permanenten Produkten, aber in erster Linie kommen sie in Produkten für die permanente Haarfärbung zum Einsatz. Untersucht man den Inhalt einer typischen Tube mit oxidativer Haarfarbe, finden sich darin acht Grundstoffe:

  1. Cremebasis
    Die Cremebasis ist meistens eine Emulsion aus Öl und Wasser. Zwei Arten von Emulsionen werden häufig für Haarfärbemittel verwendet: die Öl-in-Wasser-Emulsion, bei der Wasser die äußere Phase bildet, und die Wasser-in-Öl-Emulsion, bei der das Öl die äußere Phase ist.

    Fettalkohole, Emulgatoren und Netzmittel sind die typischen Inhaltsstoffe der Basiscreme.

    Gelegentlich kann auch eine Gelrezeptur die Grundlage des Haarfärbemittels bilden.

  2. Farbvorstufen
    Farbvorstufen sind kleine farblose Moleküle, die in die Haarstruktur eindringen können, wo sie große Farbmoleküle bilden. Hier wird zwischen Entwicklungs- und Modifikationsvorstufen unterschieden: Entwicklungsvorstufen werden auch Para-Komponenten genannt, während Modifikationsvorstufen als Meta-Komponenten bekannt sind.

    Typische Vertreter der Farbstoffvorstufen sind Para-toluylendiamensulfat, Resorcinol und Meta-Aminophenol.

  3. Pigmente
    Pigmente sind vorentwickelte Farbmoleküle. Sie werden vorwiegend bei semi-permanenten Haarfarben eingesetzt, aber auch in einigen permanenten Färbemitteln, um der Haarfarbe mehr Leuchtkraft zu verleihen.

  4. Alkalisierungsmittel
    Die alkalisierenden Wirkstoffe sorgen für die Öffnung der Kutikula-Schicht des Haars, damit die aktiven Inhaltsstoffe wie z. B. die Farbvorstufen in das Haar eindringen können. Außerdem wirken die Alkalisierungsmittel als Katalysatoren für die oxidative Reaktion zwischen den Farbvorstufen und dem Wasserstoffperoxid. Meistens kommt Ammoniak als Alkalisierungsmittel zum Einsatz.

  5. Pflegewirkstoffe
    Pflegende Substanzen in einer permanenten Haarfarbe mit einem hohen pH-Wert zur Wirkung zu bringen, ist unter Umständen etwas schwierig. Denn die meisten herkömmlichen Pflegesubstanzen sind bei einem so hohen pH-Wert nicht mehr aktiv. Es gibt jedoch einige Pflegewirkstoffe auf Polymer- oder auch Silikonbasis, die erfolgreich in den Rezepturen eingesetzt werden können.

  6. Antioxidantien
    Antioxidantien verhindern, dass die Farbstoffe bereits oxidieren, während die Tube mit der Haarcreme noch gelagert wird. Natriumsulfit und Natriumdithionat sind solche typischen Reduktionsmittel. Aber auch Ascorbinsäure oder Vitamin C wirken als Antioxidantien.

  7. Komplexbildner
    Diese Inhaltsstoffe „umhüllen“ mögliche metallische Verunreinigungen in der Farbcreme, wodurch eine unerwünschte Reaktion mit dem Wasserstoffperoxid vermieden wird.

  8. Duftstoffe
    Duftstoffe überlagern den unangenehmen Geruch des Ammoniaks.

Vergessen Sie niemals, vor der Farbbehandlung einen Allergieverdachtstest durchzuführen – Einzelheiten dazu finden Sie in unserem Artikel Wie man das Haar des Kunden analysiert.

Nachdem Sie jetzt die Grundlagen kennen, entdecken Sie unsere breite Palette an professionellen Colorationsprodukten!