Beim Mischen von Farbe geht es um mehr, als Sie denken

Das Mischen von Haarfarbe kann als ein schneller und einfacher Schritt gesehen werden; in Wirklichkeit gibt es dabei jedoch eine Menge zu bedenken und zu berücksichtigen.

Haarfärbemittel sollten immer erst nach der Kundenanalyse angemischt werden unter Berücksichtigung der erforderlichen Pflege. Beispielsweise hat die Anwendung einer Farbe bei feinem Haar einen anderen Effekt als die Anwendung der gleichen Farbe bei dickem Haar. Wenn die für normales Haar gedachte Menge an Färbemittel auf feines Haar aufgebracht wird, so wird man ein wesentlich dunkleres Ergebnis erhalten, da die gleiche Menge entwickelter Pigmente sich nun auf viel engerem Raum versammelt.

Entsprechend müssen die individuellen Eigenschaften des jeweiligen Kunden berücksichtigt werden, wie etwa die Porosität, der Anteil weißen Haares bei reiferem Haar, ebenso wie die Vorstellungen des Kunden von der endgültigen Farbe! Die genaue Vorbereitung der Haarfarbe ist abhängig von der Marke, es gibt jedoch allgemeine Richtlinien, die für alle gelten.

Wenn Wasserstoffperoxid und eine Alkalie (normalerweise Ammoniak) gemischt werden, so beginnt augenblicklich ein Oxidationsvorgang. Sowohl permanente als auch demi-permanente Farben sind oxidativ. Dieser Vorgang hat eine begrenzte Reaktionszeit; daher ist es erforderlich, einmal angemischte Farben so schnell wie möglich anzuwenden. Gelingt dies nicht, so kann die gewünschte Farbe nicht erzielt werden, da nur eine unzureichende Aufhellung oder eine unzureichende Entwicklung der Pigmente möglich ist.

Pflanzliche Farben
Henna und andere pflanzliche Inhaltsstoffe sollten mit heißem Wasser gemischt werden, um eine dicke Paste zu erzeugen, die dann aufgetragen werden und je nach Haartyp bis zu einer Stunde im Haar belassen werden kann. Es werden häufig unterschiedliche Inhaltsstoffe zu Henna hinzugefügt, um die Farbreflexe zu verändern, beispielsweise Kamille, Walnuss, Indigo, Rotwein oder Tee.

Semi-permanente Farben
Diese sind gebrauchsfertig. Eine Mischung der Töne untereinander ist normalerweise möglich, sofern der Prozess nicht oxidativ ist.

Demi-permanente Farben
Demi-permanente Farben gehören zu einer Produktgruppe, die sich zwischen den permanenten und den semi-permanenten Farben einreiht. Demi-permanente Farben enthalten eine Mischung aus bereits entwickelten Pigmenten und unentwickelten Farbstoffvorläufer. Diese Farbstoffvorstufen sind oxidativ und benötigen daher eine Reaktion mit Sauerstoff, um sich zu entwickeln. Daher müssen demi-permanente Farben mit einer schwachen Wasserstoffperoxid-Lösung angemischt werden.
Da bei diesen Produkten Farbstoffstufen benutzt werden, sollten Sie vor der geplanten Anwendung einen Hauttest durchführen.

Permanente Farben
Permanente oxidative Farben sind nicht gebrauchsfertig und müssen daher vor der Anwendung mit Wasserstoffperoid angemischt werden.

Oxidative Farben werden mit Wasserstoffperoxid, meistens zu gleichen Teilen von Peroxid und Colorationscreme angemischt. Die Chemikalien sollten immer in einer nicht-metallischen Schale angerührt werden, da Metalle unvorteilhaft mit dem Wasserstoffperoxid reagieren können. Vermischen Sie die Komponenten mit einem Farbpinsel aus Plastik oder ähnlichem und lassen Sie die Mischung kurz stehen, damit sie sich stabilisieren kann.

Die Benutzung einer Waage ist hierbei dringend anzuraten, am besten einer elektronischen, die eine Reset-Taste hat, was bei weiteren Ergänzungen zu einer bereits bestehenden Mischung sehr zweckmäßig sein kann. Blondierungen werden auf ähnliche Weise angemischt, sie können jedoch sowohl auf Creme- als auch auf Puder-Basis hergestellt werden.

Farbtuven werden häufig markiert, um zu sehen, wie viel von der Chemikalie bereits herausgedrückt wurde; Wasserstoffperoxid gibt es jeoch in verschiedenen vorgemischten Konzentrationen, wodurch Sie eine noch bessere Kontrolle über seine Auswirkungen im Haar haben. Die Konzentration von Wasserstoffperoxid wird entweder in Prozent oder in Volumenanteilen angegeben; 3% entsprechen dabei 10 Volumenanteilen.